Lebenswerter Währinger Gürtel
Von "18er Klimateam"
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Der Wiener Gürtel, die B221, ist eine mehrspurige Straße, die von der Gürtelbrücke über den Donaukanal im 19. Bezirk bis zur Schlachthausgasse und Stadionbrücke im 3. Bezirk reicht. Über fast den gesamten Streckenverlauf ist der Gürtel zweigeteilt in Inneren und Äußeren Gürtel. Zwischen Nußdorfer Straße und Gumpendorfer Straße verläuft zwischen innerem und äußerem Gürtel die U6 (ehemals Stadtbahn). Die Straße verfügt fast durchgehend über mindestens drei Fahrspuren in jeweils eine Richtung, also sechs Fahrspuren insgesamt.
Der Gürtel wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Auflassung des Linienwalls abschnittsweise errichtet und die damals noch unbebauten Flächen beiderseits als Gründerzeitviertel neu angelegt. Obwohl vermutlich nicht als zweite Prachtstraße neben dem Ring geplant, bekam der Gürtel in der Periode des "Roten Wiens" (1919-34) den Namen "Ringstraße des Proletariats". Zahlreiche, aufwändig ausgeführte, Gründerzeitgebäude entlang des Gürtels bezeugen die damals hohe Wohnqualität und Attraktivität des Gürtels. Mit der massiven Verbreitung des motorisierten Individualverkehrs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor der Gürtel diese Wohnqualität: Viele Gebäude verfallen und stehen leer.
Eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität entlang des Gürtels wäre eine Maßnahme zum Klimaschutz: Derzeit nicht genutzter Wohnraum wäre wieder attraktiver. Eine Reduktion des Individualverkehrs am Gürtel reduziert den Verkehr insgesamt in Wien und ist damit eine klimawirksame Maßnahme.
Eine klimagerechte Umgestaltung des Gürtels könnte folgende Aspekte berücksichtigen:
- Durchgehende Baumreihe entlang der Häuserfronten (Westseitig und Ostseitig).
- Breite Gehsteige entlang der Häuserfronten.
- 2-Richtungs Radweg ohne Verschränkungen entlang der Häuserfronten (innen und außen).
- Auflassung der Parkspuren vor allem jenen direkt an der Fahrbahn: Ein- und Ausparkende Fahrzeuge behindern den fließenden Verkehr, daher sind am Gürtel so viele Spuren nötig, weil i.d.R. eine Spur wegen Ein-/Ausparkenden Fahrzeugen nur eingeschränkt nutzbar ist.
- Verlegung des fließenden Verkehrs soweit Richtung Mitte (U6) wie möglich (ohne Grünflächen zu verkleinern), um die Lärmbelastung bei den Häusern so gering wie möglich zu halten.
- Tempo 30 aus Lärmschutzgründen inkl. flächendeckender Kontrolle (Section Control).
- Reduktion der Spurenanzahl auf zwei pro Fahrtrichtung (plus ggf. Abbiegespuren).
- Reduktion der Querungsmöglichkeiten Innen <-> Außen für MIV mit Reduktion der Zahl der Ampelanlagen.
- Auflassung bzw. Reduktion von Nebenfahrbahnen, wo vorhanden und möglich.
Wie eine Umsetzung aussehen könnte, kann man sehr einfach mit dem TU Street Tuner simulieren. Exemplarisch hier anhand von vier Querschnitten entlang des äußeren Währinger Gürtels, die allesamt in Währing liegen.
Wir beginnen im Norden und Arbeiten uns in Fahrtrichtung nach Süden vor. Der Blick ist immer nach Süden in Fahrtrichtung gerichtet. Links befindet sich immer die U-Bahn bzw. Gebäude der Wiener Linien, die mit dem Street Tuner leider nur als Wohnhaus symbolisiert werden können. Es handelt sich aber nicht um Wohnhäuser.
Da leider die vielen Bilder den Server durcheinander bringen, sei an dieser Stelle auf das PDF anbei zum weiter lesen verwiesen.
