Sichtbarkeit für Wohnstraßen zur Sicherheit der Kinder!
Von "16er Klimateam"
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Welche Eltern träumen nicht davon, dass ihre Kinder vor der Haustüre ungehindert und vor allem sicher spielen können! Das tägliche Geschehen wird allerdings durch eine eklatante Missachtung der Wohnstraße seitens der Autofahrer beherrscht. Sei es schlichtweg aus Unkenntnis der Regeln zur Benützung ebendieser, oder weil es einfach eine angenehme Abkürzung darstellt. Die Grundlegenden Probleme liegen allerdings viel tiefer. Eine Straße, die aussieht wie jede andere Straße, wird eben auch als solche wahrgenommen und verwendet. Zusätzlich stellt die graphische Ausformulierung des Verkehrszeichens selbst und die Einordnung in die Kategorie der Hinweiszeichen ein sehr grundlegendes Problem dar. Es wird eben nicht als Verbotszeichen wahrgenommen, wobei lt. §76b STVO explizit der Fahrzeugverkehr verboten ist (mit Ausnahmen). Das Einarbeiten eines Fahrverbotszeichens wäre für die allgemeine Wahrnehmung dringend notwendig. Dies kann selbstverständlich nicht auf Bezirksebene gelöst werden.
Was hingegen einfach zu lösen wäre, ist das allzu komfortabel Durchrasen! Eine Wohnstraße muss für den Durchzugsverkehr der KFZ möglichst unbequem zu durchqueren sein und darf gegenüber dem Umfahren einer nahegelegenen geregelten Kreuzung keinerlei Zeitersparnis bieten. Zusätzlich muss sich der Straßenraum einer Wohnstraße optisch deutlich von dem einer Durchzugsstraße unterscheiden.
In den letzten 60 Jahren wurde seitens der Verantwortlichen alles unternommen um es dem motorisierten Individualverkehr so bequem wie möglich zu machen. Der Fokus wurde ausschließlich auf den Verkehrsfluss des Autos gelegt und dem selbigen jeglicher Vorrang eingeräumt. Die Bedürfnisse der Fußgeher und Radfahrer wurden dem Wohl der Autofahrer uneingeschränkt untergeordnet. Es wurde die historisch gewachsene Stadtstruktur, welche auf dem Maß des Menschen aufgebaute, zur autogerechten Stadt umgestaltet.
Es ist an der Zeit, ausgehend von den bereits bestehenden Wohnstraßen, den Stadtraum wieder zurückzuerobern und für den Menschen zugänglich zu machen. Die Verteilung des öffentlichen Raums weist eine eklatante Schieflage zu Gunsten der Autofahrer auf. Dabei sollte die Aufteilung des kostbaren öffentlichen Raums die tatsächliche Mobilität der Bewohner widerspiegeln. Wenn man berücksichtig, dass in Wien auf 1.000 Einwohner lediglich 374 Autos kommen (https://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mobilitaet/verkehr/122639.html), dann könnte man durchaus auch fordern, dass 2/3 des Straßenraumes dem nicht motorisierten Menschen zustehen müsste. Und ja, Kinder haben natürlich keine Autos, aber ebenso das Recht die Stadt, in der sie leben zu bespielen. Zusätzlich ist der Fokus auf zu-Fuß-gehende und radfahrende Menschen eine zutiefst soziale Notwendigkeit.
Der gestalterische Ansatz für die Wohnstraßen muss von der ausufernden Begrünung bis hin zur farbenfrohen Gestaltung der Fahrbahnflächen reichen. Beim Betreten und Befahren muss umgehend ersichtlich sein, dass es sich hier um eine Wohnstraße handelt. Wechselseitig versetzt angeordnete Pflanz- und Baumtröge (der Verkehr muss mäandern und darf nicht kerzengerade geführt werden), Hochbeete für die Bewohner, ausreichende Sitzgelegenheiten, bunte Fahrbahnen, das Miteinbeziehen der Bewohner und vor allem der Kinder etc. muss ermöglicht werden!
