
Karl L•vor 3 Jahren Auf dem Weg durch Wien kommt man regelmässig an ungenutzten oder aufgelassenen Geschäftslokalen (oft auch in gut frequentierter Lage) vorbei.Schade ist hier, dass diese Ecken und Flächen über die Zeit einfach nur zu-plakatiert werden und offensichtlich verfallen. Es dürfte für den Besitzer also einfacher sein, das jeweilige Objekt leerstehend als Immobilie zur Wertsteigerung zu behalten als darin zu investieren bzw. es aktiv zu vermieten. Schön fände ich, wenn man diese Flächen - zB über Zutritt per Bankomatkarte, App der Stadt Wien usw. - der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen könnte. Zwecke könnten sein:
Ein Ort zum Pausieren zwischen zwei Terminen bei denen sich das Heimgehen nicht lohnt oder ein Café sich nicht anbietet/eignet.
Eine Art begehbarer "öffentlicher Bücherschrank" – von denen es ohnehin zu wenige gibt – und der zum Lesen und Tauschen einlädt.
Ein Ort an dem man sich indoor eine Flasche Wasser aus dem Automaten kaufen kann (das ist zwar "nicht ganz" konsumfrei wie im Titel versprochen, aber irgendwas mit Kaufen/Verkaufen ergibt sich bei so was ja wohl dann immer).
Ein Raum in dem man sich als Bürger aufhalten darf und in dem man sich über alle Angebote der Stadt Wien informieren kann. Oder an dem Registrierungen für diverse Services und "kleine Amtswege" an vorbereiteten Terminals möglich sind.
Vereine könnten sich (nach Anmeldung) an so einem Ort treffen. Bei Lokalen mit Auslagenscheiben könnte sich eine zusätzliche gewollte Aussenwirkung erreichen lassen. Wenn man zB einem Kleingruppen-Chor beim Proben zuschauen kann. Oder einem Musiker beim Musizieren (Mini-Konzerte). Natürlich braucht es für sowas wohl auch eine Hausordnung im Abstimmung mit dem Besitzer.
Oder ganz simpel: Ein Unterstand wenns zu regnen beginnt.
Ein Ort für ein schwarzes Brett um im Grätzl Gebrauchtes usw. zu tauschen.
Mischformen aus den oben genannten Anwendungen.
Und sicher viele weitere Möglichkeiten die sich aus einem Probe-Betrieb ergeben würden.
Kosten für den Bürger:Idealerweise kostenlos oder mit einem so kleinen Beitrag, dass niemand ausgeschlossen wird. Ähnlich wie bei den (modernisierten) WC-Anlagen der Wiener Parks könnte hier Personal zur Betreuung vor Ort sein. Öffnungszeiten könnten ebenso wie bei Stadtparks für eine kontrollierte Nutzung und Reinigungs-Zeiten sorgen. Ähnlich wie bei den EPU Meetingräumen die man bei der WKO für ein gewisses Zeitfenster anmieten kann, wäre es auch hier möglich online einen Slot zu reservieren. Damit der Ablauf kontrolliert klappt. Eine Mischung zwischen "spontanen" und "reservierenden" Benutzern müsste aber natürlich gewährleistet sein. Wenn es in einem gewissen Radius aber mehrere solcher Räume gibt ist das Verfügbarkeitsthema evtl. gar kein so großes. Und man wechselt bei Bedarf einfach zu einem Raum eine Straße weiter. Die Stadt Wien könnte als zuverlässiger Dauermieter für private Vermieter interessant sein. Bzw. könnten Wiener Wohnen & die "freie Lokale Site" (der WKO) ins Spiel kommen. Und "Ladenhüter" unter den Vermietobjekten somit neu bespielt werden. Nebeneffekte wären:
Langfristig ergeben sich aus der Nutzung sicher neue interessante Möglichkeiten, den Stadtraum besser zu nutzen und zu beleben. Und neue Folge-Ideen was zu verbessern wäre.
Insgesamt finden wir als Bürger vielleicht völlig neue Arten die Stadt zu nutzen.
Fläche für Menschen die neben Parks und Wohnung noch einen weiteren Aufenthaltsort dringend brauchen könnten. zB um sich mit Schulkollegen zum Lernen und für gemeinsames Hausaufgaben machen zu treffen. Wenn die Wohnung sehr klein ist und die Familie mehrere Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen hat.
Neben Verbesserung der der Elektro-Mobilität und Ausbau der Öffi-Infrastruktur wird unterschätzt, dass es auch neue Orte geben könnte, die man dank der genannten Infrastruktur (oder noch besser zu Fuß) erreichen kann. Wohnung, Büro, Geschäft, Park, Donauinsel, Schule sind "offizielle" Ort. Man sucht sie auf - oder "muss" sie aufsuchen - um gewisse Aufgaben zu erfüllen. Wenn diese erfüllt sind muss man meistens den Platz "räumen" um ihn jemand anderem zu überlassen, der ihn ebenso für genau diesen einen Zweck benötigt. Für Bedürfnisse oder Ideen "dazwischen", die zu neuen Begegnungen, Kooperationen und zu neuem Austausch im Grätzl führen könnten, wären neue Orte - ausserhalb der "offiziellen" - sehr hilfreich. Solche die nicht einem konkreten (Konsum-)Zweck dienen. Sondern die pro Anwendungsfall auch spontanen Neu-Nutzungen zugeführt werden können. Ich freue mich auf eine Diskussion darüber, warum das nicht oder schon sinnvoll sein könnte. Über eine Verbesserung der Situation mit leerstehenden Flächen in der Stadt würde ich mich jedenfalls massiv freuen.